Haltungsbericht Triturus alpestris apuanus von Lucea Schwarz.

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Allgemeines

Hier in Deutschland, Österrreich können wir den einheimischen Bergmolch (Triturus alpestris) antreffen. Wer sich einheimische Molchnachzuchten zulegen möchte, muss auch damit einverstanden sein, keine Wildfänge zu fangen, da alle europäischen Amphibien besonders geschützt sind, darunter auch Italienische Bergmolche.

Herkunft

Alle Triturus alpestris Arten - und Unterarten kommen in ganz Europa vor. Das Hauptareal von Triturus alpestris apuanus ist in Italien. Weltweit sind Schwanzlurche auf der Nordhalbkugel verbreitet.

Aquarium

Meine Italiener halte ich ganzjährig im Aquarium mit einem sehr kleinen Landteil, der aber kaum genutzt wird. Das Becken hat eine Größe von 60 x 30 x 30 cm in dem ich 1.3 Triturus alpestris apuanus halte. Der Bodengrund bei meinem Molchbecken ist ausgewaschener Aquariumsand. Der Landteil besteht aus einem kleinen Korkstück (Insel) mit etwas Laub als Versteckplatz bedeckt. Wie bei allen Molchbecken habe ich auch in dem Bergmolchbecken einen Filter der Tag und Nacht mit geringer Strömung an ist. Dabei ist jedoch einiges zu beachten. Die Strömung muss gering sein, da es sonst die Tiere erheblich stressen würde und schließlich zum Tod führt! In meinem Filter habe ich Aktivkohle und Filterwatte eingesetzt. Als Einrichtungstipp kann ich längliche Röhrchen wie auf diesem Bild empfehlen, sie werden gerne als Schlaf - und Versteckplatz angenommen.


Futter & Fütterung

Ich füttere meine Italiener von Frühling bis Frühsommer jeden dritten Tag mit folgenden Insekten: Rote Mückenlarven, Bachflohkrebse, Wasserflöhe, Tubifex und Regenwürmern, Nacktschnecken und Insekten aus dem Wald. Die meiste Nahrungsauswahl gibt es im Frühling. In einfachen Teichen, Pfützen, Seeh und Bächen kann man eine große Anzahl an Futterinsekten für die Molche finden. Bei jeder Fütterung gibt es natürlich andere Insekten, denn die abwechselungsreiche Ernährung ist sehr wichtig. Im Winter wird die Nahrung einfach reduziert bzw. nur wenige Wasserflöhe verfüttert.


Bodengrund

Als Bodengrund kann ich aus eigenen Erfahrungen gewaschenen Flussand, Aquariumsand und groben Kies empfehlen. Verstopfungen kommen bei diesen Tieren so gut wie nie vor! Schon beim Fressen wird das mit aufgenommene Substrat wieder ausgeschieden bzw. ausgespuckt.


Winter:

Im Winter gibt es nur magere Kost. Ebenfalls wird die Beleuchtung und die Temperatur runtergerengelt. Im Winter liegt die Temperatur bei ungefähr 10° C. Im Frühling wird die Temperatur, die Futtermenge und die Beleuchtung wieder in Schritten gesteigert. Auf Beleuchtung kann im Winter verzichtet werden.

Zucht:

Die Paarungszeit liegt bei den Italienern im Frühling bis Frühsommer - März bis Juli. Nach der Paarung erfolgt die Eiablage nach ca. 2 Tagen. Die Eier werden in runden Pflanzenteilen eingewickelt und die Larven schlüpfen nach ungefähr zwei Wochen. In dieser Zeit stehen Cyclops (Hüpferlinge), Mückenlarven und Wasserflöhe auf dem Speiseplan der Larven. Dieser Vorgang, Metamorphose, hat eine Spanne von Frühling bis Spätsommer. Sind die Kiemen im Spätsommer vollständig zurückgebildet, verlassen die Jungtiere das Wasser und widmen sich dem Land zu. 3 Jahre dauert es bis zur Geschlechtsreife. Man kann aber den Lurch schon an das Wasser gewöhnen, wenn er eine Gesamtlänge von mindestens 8 cm erreicht hat, indem man den Wasserstand, !Schritt für Schritt!, steigert.

Größe:

Im Gegensatz zu dem einheimischen Bergmolch (Triturus alpestris) bleiben die Italiener etwas "schmaler". Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 10 bis 12 cm und die Männchen 8 bis 10 cm.

Lebenserwartung:

Werden die Italiener wirklich artgerecht gehalten und haben jedes Jahr eine kühle Überwinterung zur Verfügung, erreichen sie ein Alter von mindestens 20/25 Jahren.

Temperatur und Beleuchtung:

Wie alle Molche bevorzugt auch der Italienische Bergmolch kühle Zonen im Aquarium. Bedenken sollte man, das Molche keine Reptilien sind die Heizung/Wärme brauchen, sondern das sie sich der Wärme entziehen wollen! Mein Molchbecken hat eine einfache Leuchtstoffröhre. Diese muss aber nicht verwendet werden, weil es bei dieser Tierart nicht auf den Tag - Nachtrythmus, sondern auf die Umgebungstemperatur ankommt. Die Leuchtstoffröhre habe ich deshalb zur Beobachtung der Tiere reingemacht. Molche müssen i m m e r kühle Zonen vorfinden, auch an Land. Von Frühling bis Frühsommer kann die Temperaturspanne bei 16° C bis 21° C liegen, im Spätsommer bis Winter am besten zwischen 8° und 12° C.

Vergesellschaftung mit anderen Tieren:

Eine Vergesellschaftung mit anderen Molcharten ist bei Italienern weniger sinnvoll. Hat man selbst einmal diese Erfahrung machen müssen Italiener mit Feuerbauchmolchen zu vergesellschaften, wird das niemand weiter empfehlen. Am besten ist es immer noch die Tiere in einem Artbecken zu halten. Ich vergesellschafte meine Italiener mit Japan. Süßwassergarnelen (Caridina japonica) und den Red - Crystal Garnelen. Diese arbeiten Tag und Nacht und räumen den ganzen Schmutz weg. Sie werden zwar manchmal von den Molchen als Futter visiert, sind aber viel zu schnell für einen Molch.

Schutzstatus:

Italienische Bergmolche sind wie alle europäischen Amphibien besonders geschützt. Sie sind meldepflichtig nach BArtSchV. D. h., dass sie umgehend bei der Naturschutztbehörde angemeldet werden müssen.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfuegung. Erreichen können Sie mich unter folgender Adresse:
wwww.Leopardgeckos-Muenster.de.vu
Viele Grüße, Lucea